Schloss Peleș ist für seine atemberaubende Schönheit berühmt, doch sein faszinierendstes Merkmal ist, dass es das erste Schloss in Europa war, das vollständig durch ein eigenes Kraftwerk mit Strom versorgt wurde. Diese unglaubliche Ingenieursleistung des 19. Jahrhunderts ist nur eines von vielen Geheimnissen, die die Mauern dieser ehemaligen königlichen Sommerresidenz bergen – ein Ort voller Innovation, Kunst und Geschichte.

Ein technisches Wunder seiner Zeit

Als 1873 mit dem Bau begonnen wurde, stellte sich König Karl I. eine Residenz vor, die nicht nur schön, sondern auch durch und durch modern sein sollte. Das Ergebnis war ein Schloss voller fortschrittlicher Technik, die für eine königliche Residenz damals unerhört war.

  • Elektrischer Pionier: Das schlosseigene Kraftwerk war ab 1884 in Betrieb und machte es zum ersten Schloss Europas mit vollständiger elektrischer Beleuchtung.
  • Zentralheizung: 1897 wurde eine Zentralheizung installiert, sodass die prunkvollen Kamine in den über 170 Zimmern rein dekorativ waren.
  • Zentrales Staubsaugersystem: Das Schloss war mit einem zentralen Staubsaugersystem ausgestattet – eine weitere hochmoderne Annehmlichkeit für die damalige Zeit.
  • Mechanischer Himmel: Die prächtige Glasdecke in der Haupthalle ist beweglich und wird von einem Elektromotor angetrieben, um den Blick auf den Himmel freizugeben.
  • Königlicher Aufzug: Für die königliche Familie wurde ein kleiner Personenaufzug installiert.

Ein wahrhaft internationales Projekt

Der Bau von Schloss Peleș war ein gesamteuropäisches Projekt, das Handwerker und Materialien aus dem ganzen Kontinent zusammenbrachte. Königin Elisabeth hielt in ihrem Tagebuch die Vielfalt der beteiligten Nationalitäten fest: „Italiener waren Maurer, Rumänen bauten Terrassen ... Albaner und Griechen bearbeiteten den Stein, Deutsche und Ungarn waren Zimmerleute. Türken brannten Ziegel. Die Ingenieure waren Polen und die Steinmetze Tschechen.“ Diese Zusammenarbeit der Kulturen spiegelt sich im vielseitigen und harmonischen Design des Schlosses wider.

Geheimnisse und Überraschungen in jedem Raum

Über die Technik hinaus ist das Innere des Schlosses eine Schatztruhe voller Kunst und Geheimnisse. Es verfügt über 170 Zimmer, von denen viele in unterschiedlichen internationalen Stilen eingerichtet sind, wie zum Beispiel ein Türkischer Salon und ein Maurischer Saal. Die königliche Bibliothek verbirgt hinter einem Bücherregal eine Geheimtür, die dem König direkten Zugang zu seinen Gemächern bot. Die Waffenkammer beherbergt eine beeindruckende Sammlung von über 4.000 europäischen und orientalischen Waffen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert.

Hollywood in den Karpaten

Die märchenhafte Kulisse von Schloss Peleș ist auch Filmemachern nicht entgangen. Seine beeindruckende Architektur und die romantische Berglandschaft dienten als Drehort für mehrere beliebte Filme. So ist es in Hallmark's „A Princess for Christmas“ (2011) und in der erfolgreichen Netflix-Filmreihe „A Christmas Prince“ (2017) zu sehen.

Wie ein Pilz das Schloss rettete

Während der kommunistischen Ära Rumäniens war Diktator Nicolae Ceaușescu dafür bekannt, historische Gebäude umzugestalten. Schloss Peleș besuchte er jedoch nur selten. Die Kuratoren schützten das Schloss auf clevere Weise, indem sie das Gerücht verbreiteten, das Holz sei von einem gefährlichen Pilz befallen, der die menschliche Gesundheit schädigen könne. Die Geschichte, obwohl eine List, schreckte die Ceaușescus erfolgreich ab und trug dazu bei, die ursprüngliche Innenausstattung des Schlosses zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostete der Bau von Schloss Peleș?

Der Bau von Schloss Peleș zwischen 1875 und 1914 kostete schätzungsweise 16 Millionen rumänische Lei in Gold, was heute etwa 120 Millionen US-Dollar entspricht.

Wie viele Zimmer hat Schloss Peleș?

Schloss Peleș hat über 170 Zimmer und 30 Badezimmer, die sich auf eine Grundfläche von 3.200 Quadratmetern (34.000 sq ft) verteilen.

War Schloss Peleș das erste Schloss mit Elektrizität?

Ja, Peleș war das erste Schloss in Europa, das vollständig durch Strom aus einem eigenen Kraftwerk auf dem Anwesen beleuchtet wurde.

Wem gehört Schloss Peleș heute?

Nach der Beschlagnahmung durch das kommunistische Regime wurde das Schloss 2007 an die rumänische Königsfamilie zurückgegeben. Derzeit wird es von der königlichen Familie an den rumänischen Staat verpachtet und als öffentliches Museum betrieben.

Sind Sie bereit, dieses Wunderwerk der Technik und Kunst selbst zu erleben? Erkunden Sie die prunkvollen Räume und die beeindruckende Anlage, indem Sie Ihre Tickets im Voraus buchen, um sich Ihren Besuch zu sichern.